Atemwegserkrankungen

Asthma

Asthma - eine Lungenerkrankung

Asthma ist eine chronische (dauerhafte) Erkrankung. Das Asthma bleibt nicht gleich, sondern verändert sich im Laufe der Zeit, und jeder Asthmapatient hat gute und schlechte Tage (oder längere Zeiträume).

In Deutschland erkranken etwa 10 bis 15% der Kinder und etwa 5-7% der Erwachsenen an Asthma - das sind rund 8 Millionen Menschen. Etwa jedes 8. Kind unter 10 Jahren und jedes 10. Kind unter 15 Jahren leidet in Deutschland unter Asthma. Dabei erkranken Jungen doppelt so häufig wie Mädchen. Im Erwachsenenalter überwiegt dann der Anteil Frauen, die an Asthma erkranken. Etwa 6% der Erwachsenen in Deutschland sind betroffen. Während bei Kindern Asthma überwiegend allergisch bedingt ist, tritt bei Erwachsenen (vor allem in der zweiten Lebenshälfte) häufiger auch eine nicht-allergische (intrinsische) Form der Erkrankung auf, und zwar bei 30-50% der erwachsenen Asthmatiker.1

Asthma-Patient mit Inhalator

Asthma - eine Entzündung der Atemwege

Asthma-Patient mit Inhalator

Asthma ist eine Erkrankung der Atemwege in der Lunge. Die Symptome werden durch Entzündungen hervorgerufen, die zu einer Rötung, Schwellung, Verengung und Überempfindlichkeit der Atemwege gegen Reizstoffe führen. Die Folge sind wiederkehrende Anfälle von Keuchen, Atemlosigkeit, Engegefühl in der Brust und Husten. Leichte Anfälle können ohne Behandlung abklingen; eine Behandlung trägt jedoch in der Regel zu einer schnelleren Erholung bei. Zudem kann eine geeignete Behandlung auch das Risiko weiterer Anfälle reduzieren.

Wer erkrankt an Asthma?

Asthma ist häufig erblich bedingt. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit einer Asthmaerkrankung ist größer, wenn bereits jemand in der Familie daran leidet. Bei Kindern mit Ekzem oder Lebensmittelallergie ist die Wahrscheinlichkeit von Asthma höher als bei anderen Kindern.

Auch wenn Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Haustiere vorliegen, kommt es eher zu einer Entwicklung von Asthma. Auch das Ausgesetzt sein gegenüber Zigarettenrauch, verschmutzter Luft und anderen inhalierten Reizstoffen kann bei Personen mit einer Tendenz zu Asthma entsprechende Symptome hervorrufen. 

In welchem Alter beginnt Asthma?

Asthma kann in jedem Alter auftreten. Allerdings treten die ersten Symptome bei rund der Hälfte aller Asthmapatienten bis zum Alter von ca. zehn Jahren auf und Kinder mit Asthma erleiden ihren ersten Asthmaanfall häufig vor dem sechsten Geburtstag.

Asthma-Patient mit Inhalator

Was sind die Symptome von Asthma?

Asthmapatienten haben Atemschwierigkeiten und sie leiden unter wiederkehrenden Asthmaanfällen. Dies sind die Anzeichen eines Asthmaanfalls:

  • Engegefühl in der Brust
  • Husten
  • Keuchen
  • Nächtliches Aufwachen aufgrund von Atemschwierigkeiten

Was sind die Ursachen von Asthma?

Die Ursachen von Asthma sind nicht vollständig bekannt. Wahrscheinlich wird es durch eine Kombination aus erblichen (angeborenen) und Umweltfaktoren hervorgerufen. Doch das Zusammenwirken dieser Einflussgrößen ist noch immer weitestgehend unbekannt.
Die häufigsten Ursachen sind Allergene von Hausstaubmilben und Haustieren, doch auch viele andere Allergene wie Pollen und Schimmel können Auslöser für Asthma sein. Einige Asthmapatienten weisen keine offenkundigen Allergien auf.

Asthmaanfälle können verschiedene Ursachen haben:

  • Tierhaare
  • Zigarettenrauch
  • Rauch
  • Staub in Betten und Kissen
  • Staub vom Putzen
  • Starke Gerüche und Sprays
  • Pollen von Blumen und Bäumen
  • Wetterbedingungen
  • Erkältungen
  • Laufen, Sport und schwere körperliche Arbeit

 

 

Häufige Fragen

Welche zentralen pathophysiologischen Mechanismen liegen dem Asthma bronchiale zugrunde?

Asthma ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege mit Hyperreagibilität und variabler Obstruktion. Entzündungszellen und strukturelle Umbauprozesse („airway remodeling“) spielen eine zentrale Rolle.

Quellen:

Wie wird Asthma leitliniengerecht diagnostiziert?

Die Diagnose basiert auf Symptomen und dem Nachweis einer variablen Atemwegsobstruktion mittels Spirometrie, ggf. ergänzt durch FeNO oder Provokationstests.

Quellen:

Welche klinischen Phänotypen sind relevant?

Zu den wichtigsten zählen allergisches, nicht‑allergisches, eosinophiles und spät beginnendes Asthma sowie Adipositas-assoziierte Formen.

Quellen:

Welche Rolle spielen Biomarker wie FeNO oder Eosinophile?

Biomarker spiegeln die Typ‑2‑Entzündung wider und unterstützen Diagnostik sowie Therapiesteuerung.

Quellen:

Welche Risikofaktoren erhöhen die Asthmawahrscheinlichkeit?

Genetik, Atopie, Umweltfaktoren und Infektionen beeinflussen die Entstehung wesentlich.

Quellen:

  • Robert Koch‑Institut. Asthma – Gesundheitsberichterstattung. 2023.
  • Pearce N, Aït‑Khaled N, Beasley R, et al. Eur Respir J. 2007;30:217‑238. doi:10.1183/09031936.00088806.
Welche Umwelt- und Berufsexpositionen sind relevante Auslöser?

Tabakrauch, Luftschadstoffe und Allergene sowie berufliche Stoffe wie Isocyanate sind zentrale Trigger.

Quellen:

Welche Bedeutung hat die Spirometrie?

Spirometrie ermöglicht die objektive Verlaufsüberwachung und sollte regelmäßig durchgeführt werden.

Quellen:

  • AWMF S2k‑Leitlinie Asthma (020‑009); 2021.
  • Pellegrino R, Viegi G, Brusasco V, et al. Eur Respir J. 2005;26:948‑968. doi:10.1183/09031936.05.00035205.
Welche Komorbiditäten beeinflussen den Verlauf?

Rhinitis, Sinusitis, GERD und Adipositas sind häufig und beeinflussen die Krankheitskontrolle.

Quellen:

Welche Kriterien definieren eine Exazerbation?

Akute Verschlechterung der Symptome mit relevanter Einschränkung der Lungenfunktion.

Quellen:

Welche Maßnahmen verhindern Exazerbationen?

Basistherapie, Schulung, Triggervermeidung und Impfungen sind zentrale Elemente der Prävention.

Quellen:

  • AWMF S2k‑Leitlinie Asthma (020‑009); 2021.
  • STIKO. Impfempfehlungen 2025. Robert Koch‑Institut.

 

Referenzen

  1. Quelle: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/haeufigkeit/
  2. Quelle: GINA – Globale Initiative for Asthma (Globale Initiative für Asthma), www.ginasthma.org

 

DE-NON-2024-00009