Arthrose
Kniearthrose

Arthrose – Volkskrankheit mit vielen Gesichtern
Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. In Deutschland sind rund 5 Millionen Menschen betroffen – besonders häufig im Kniegelenk. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber mit frühzeitiger Behandlung lassen sich Schmerzen lindern und Operationen vermeiden.
Was passiert im Gelenk?
Bei Arthrose wird die Knorpelschicht zerstört, der Gelenkspalt verkleinert sich, und die Stoßdämpferfunktion geht verloren. Dies führt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Entzündungen.
Therapieoptionen
Die Behandlung erfolgt stufenweise: von Bewegung und Ernährung über Schmerzmittel bis hin zur Injektionstherapie mit Hyaluronsäure. GO-ON® enthält hochdosierte Hyaluronsäure, die den Knorpel schützt und die Stoßdämpferfunktion unterstützt.
Prävention und Lebensstil
Bewegung, Gewichtsreduktion und eine knorpelfreundliche Ernährung können helfen, Arthrose vorzubeugen oder ihren Verlauf positiv zu beeinflussen.
Fragen und Antworten rund um das Therapiegebiet Kniearthrose
Wie ist die epidemiologische Bedeutung der Arthrose in Deutschland?
Arthrose zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und betrifft Millionen Menschen. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Insbesondere Knie- und Hüftgelenke sind betroffen. Die Erkrankung verursacht erhebliche individuelle und gesundheitsökonomische Belastungen.
Quellen:
- Robert Koch-Institut (RKI). Gesundheit in Deutschland. Berlin: RKI; 2015.
- Fuchs J, et al. Prevalence of osteoarthritis. Bundesgesundheitsblatt. 2013;56:678–684. doi:10.1007/s00103-013-1670-3.
Was sind die zentralen pathophysiologischen Mechanismen der Arthrose?
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch ein Ungleichgewicht zwischen Knorpelabbau und -aufbau gekennzeichnet ist. Früh kommt es zu Veränderungen der extrazellulären Matrix mit Verlust von Proteoglykanen und Kollagenstruktur. Entzündliche Prozesse (Low-Grade-Inflammation) spielen eine wichtige Rolle und fördern die Progression. Zusätzlich sind subchondraler Knochenumbau und Synovitis beteiligt.
Quellen:
- Hunter DJ, Bierma-Zeinstra S. Osteoarthritis. Lancet. 2019;393(10182):1745–1759. doi:10.1016/S0140-6736(19)30417-9.
- Martel-Pelletier J, Barr AJ, Cicuttini FM, et al. Osteoarthritis. Nat Rev Dis Primers. 2016;2:16072. doi:10.1038/nrdp.2016.72.
Welche Risikofaktoren sind für die Entwicklung einer Arthrose klinisch relevant?
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen höheres Alter, Übergewicht und biomechanische Belastung des Gelenks. Frühere Verletzungen, wie Meniskus- oder Kreuzbandläsionen, erhöhen das Risiko deutlich. Auch genetische Faktoren und Achsenfehlstellungen spielen eine Rolle. Das Zusammenspiel dieser Faktoren beeinflusst sowohl die Entstehung als auch die Progression.
Quellen:
- Silverwood V, Blagojevic-Bucknall M, Jinks C, et al. Current evidence on risk factors for knee osteoarthritis. Osteoarthritis Cartilage. 2015;23(4):507–515. doi:10.1016/j.joca.2014.11.019.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). S2k-Leitlinie Gonarthrose. AWMF-Registernummer 033-004; 2018.
Welche klinischen Symptome sind typisch für Arthrose?
Charakteristisch sind belastungsabhängige Schmerzen, die im Verlauf auch in Ruhe auftreten können. Zudem kommt es zu Morgensteifigkeit, die typischerweise kürzer als 30 Minuten anhält. Bewegungseinschränkungen und Gelenkgeräusche (Krepitation) sind häufig. In fortgeschrittenen Stadien treten Deformitäten und Funktionsverlust auf.
Quellen:
- Hunter DJ, Bierma-Zeinstra S. Osteoarthritis. Lancet. 2019;393:1745–1759. doi:10.1016/S0140-6736(19)30417-9.
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Osteoarthritis: care and management. 2022.
Welche nichtmedikamentösen Maßnahmen sind leitlinienempfohlen?
Bewegungstherapie und Muskelkräftigung bilden die Basis der Arthrosebehandlung. Gewichtsreduktion bei Übergewicht kann die Symptome signifikant verbessern. Patientenschulung und Selbstmanagement sind wichtige Bestandteile der Versorgung. Diese Maßnahmen sollen frühzeitig und dauerhaft umgesetzt werden.
Quellen:
- DGOOC. S2k-Leitlinie Gonarthrose. AWMF 033-004; 2018.
- Bannuru RR, Osani MC, Vaysbrot EE, et al. OARSI guidelines. Osteoarthritis Cartilage. 2019;27(11):1578–1589. doi:10.1016/j.joca.2019.06.011.
Welche Bedeutung hat Übergewicht für den Verlauf der Arthrose?
Übergewicht erhöht die mechanische Belastung insbesondere der Knie- und Hüftgelenke. Darüber hinaus wirken adipöse Gewebe metabolisch aktiv und fördern entzündliche Prozesse. Eine Gewichtsreduktion kann Schmerzen reduzieren und die Funktion verbessern. Der Effekt ist dosisabhängig.
Quellen:
- Messier SP, Mihalko SL, Legault C, et al. Weight loss and exercise. JAMA. 2013;310(12):1263–1273. doi:10.1001/jama.2013.277669.
- Bliddal H, Leeds AR, Christensen R. Osteoarthritis, obesity and weight loss. Ann Rheum Dis. 2014;73(1):1–2. doi:10.1136/annrheumdis-2013-203742.
Welche medikamentösen Therapien werden in der Arthrose eingesetzt?
Analgetische Therapien wie Paracetamol und nichtsteroidale Antirheumatika werden symptomorientiert eingesetzt. Topische Präparate sind insbesondere bei Kniearthrose sinnvoll. Bei unzureichender Wirkung können intraartikuläre Therapien erwogen werden. Die Auswahl erfolgt individuell unter Berücksichtigung von Risiken.
Quellen:
- DGOOC. S2k-Leitlinie Gonarthrose. AWMF 033-004; 2018.
- Bannuru RR, Osani MC, Vaysbrot EE, et al. OARSI guidelines. Osteoarthritis Cartilage. 2019;27:1578–1589. doi:10.1016/j.joca.2019.06.011.
Wann ist eine operative Therapie bei Arthrose indiziert?
Eine Operation wird erwogen, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind und die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist. Indikationen umfassen starke Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigungen. Endoprothetische Verfahren gelten als effektive Optionen im fortgeschrittenen Stadium. Die Entscheidung erfolgt individuell und patientenzentriert.
Quellen:
- DGOOC. S2k-Leitlinie Gonarthrose. AWMF 033-004; 2018.
- Carr AJ, Robertsson O, Graves S, et al. Knee replacement. Lancet. 2012;379(9823):1331–1340. doi:10.1016/S0140-6736(11)60752-6.
Welche Rolle spielt körperliche Aktivität in der Versorgung von Arthrosepatienten?
Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert Schmerz, Funktion und Lebensqualität. Besonders evidenzbasiert sind Ausdauer- und Krafttraining. Die Belastung sollte individuell angepasst und langfristig durchgeführt werden. Bewegung ist ein zentraler Bestandteil jeder Therapie.
Quellen:
- Fransen M, McConnell S, Hernandez-Molina G, et al. Exercise for osteoarthritis. Cochrane Database Syst Rev. 2015;1:CD004376. doi:10.1002/14651858.CD004376.pub3.
- DGOOC. S2k-Leitlinie Gonarthrose. AWMF 033-004; 2018.
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